Maria Zinfert

Tote Stimmen: Maori-Musik

 

Auf tausenden von Inseln haben – vielleicht – tausend Jahre lang Stimmen gesungen, ohne dass man genau weiß, auf welchem Weg sie im Fluge einen so großen Raum einnehmen konnten. Diese über den ganzen Pazifik verbreiteten Stimmen – die Stimmen der Maori Polynesiens – waren von der Sprache, der Melodieführung, dem Rhythmus und schließlich von der Rasse her verschwistert. Das ergab, eine geraume Zeit lang, ein Brausen schöner, heiserer oder eher sanfter Töne…

 

Victor Segalen (1878-1919) war in den Jahren 1903 und 1904 als Marinearzt in Französisch Polynesien stationiert, wo er umfangreiche Studien zur Kultur der Maori betrieb. Auf Anregung des Komponisten Claude Debussy schrieb er 1907 eine Abhandlung über Maori Musik: VOIX MORTES: MUSIQUES MAORI. Dieser Text erscheint erstmals in deutscher Übersetzung unter dem Titel: TOTE STIMMEN: MAORI-MUSIK, gefolgt von URSPRUNG UND VERGESSEN, der deutschen Fassung von L'ORIGINE ET L'OUBLI, Vortrag von Giorgio Agamben beim Colloquiums zum hundertsten Geburtstag Segalens 1978 in Paris.

 

Victor Segalen, Tote Stimmen: Maori-Musik, gefolgt von Giorgio Agamben, Ursprung und Vergessen, herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Maria Zinfert, Merve Verlag 2006

ISBN 3-88396-222-8