Maria Zinfert
Zur Funktion der Bild-Zitate bei W.G. Sebald

 

Meine Lehrveranstaltung im Sommersemester 2004 am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (heute: Peter Szondi Institut) der FU Berlin widmete sich der Frage, welche Funktion das Zitieren von Bildern in den Büchern W.G. Sebalds hat.

 

In seine Romane und Erzählungen montierte W.G. Sebald Anschauungsmaterial unterschiedlichster Herkunft: Kalender- und Notizbuchseiten, Postkarten, Rechnungen, Eintrittskarten, selbst angefertigte und gefundene Fotografien und immer wieder auch Gemälde, meist in Details. Das Verhältnis W.G. Sebalds zur Malerei war ein enges und hat sein Schreiben in vielfacher Weise geprägt. Literatur und Malerei, Bild und Schrift sind nicht scharf voneinander getrennt. Die Literatur schöpft aus dem Reservoir der Bilder. Die Lektüre der reproduzierten Gemälde(-details) konstruiert ein Netz an Bedeutungen, in das sich der Text durch das jeweilige Bild-Zitat einschreibt.